Was tun als Fotograf in Corona-einsam- Zeiten

Was tun als Fotograf in Corona – einsam – Zeiten?

Das fragen sich manche, nachdem schon alle externen Festplatten von unnützem Dateimüll befreit sind, abgelaufene Demoversionen, uninteressante Vorgaben gelöscht und auch endlich all die vielen doppelten, unscharfen, misslungenen Aufnahmen – wenn auch schweren Herzens – gelöscht sind, um endlich wieder Platz zu haben für Neues.

Was also kann man tun, wenn einem das eigene Arbeitszimmer öde, eintönig und stupide vorkommt, man keine Idee für neue Collagen mehr hat und auch keine neuen Entwicklungsideen ( wie Z.B. schwarzweiß Entwicklung) für seine alten Fotos mehr hat?

Ganz einfach: Man schnappt sich seine Kamera und ab ins Freie! Wir haben ja, ganz im Gegensatz zu anderen Ländern, die Möglichkeit uns frei, zu bewegen.

Wann sonst hat man schon die Möglichkeit die Stadt leer von Menschen und Autos zu fotografieren? Kleinigkeiten, an denen man immer vorbei gehetzt ist, fallen einem plötzlich ins Auge.

Frühling liegt in der Luft, die Natur erwacht zu neuem Leben. Sie scheint schlagartig zu explodieren, ein Wunderwerk der Farben und der Gerüche erwacht zum Leben. Wenn man schon genug „scharfe“ Fotos von Blumen hat, kann man es ja auch mit gestischer Fotografie (gestisch: Malen mit der Kamera) versuchen.

Oder, wenn man tagsüber den Menschen aus dem Weg gehen will, dann macht man sich halt in der Nacht auf die Socken! Nachtfotografie und Langzeitbelichtung sind für mich etwas fast magisches. Wenn ich nachts, oder bei besonderem Licht draußen bin, merke ich einmal mehr: Fotografie ist Licht und Schatten.

Die Stille in der Nacht ist im Leben vieler Menschen heutzutage zu einem seltenen Zustand geworden. Früher war es normal, dass in der Nacht und manchmal auch tagsüber absolute Ruhe herrschte. Vielleicht hat mal ein Vogel gesungen oder ein Gewitter hat die friedliche Stille der Natur erschüttert, doch alles in allem war Ruhe der Normalzustand – und alles andere die Ausnahme. Heutzutage ist das genau umgekehrt. Die meisten Menschen leben in einem ständigen Geräuschpegel. Klingt stressig? Ist es auch! Doch viele bemerken das überhaupt nicht. Sie haben sich an den Lärm und den unterschwelligen Stress gewöhnt. Sie meiden die Einsamkeit und haben vielleicht auch Angst vor der Nacht. Aber warum? Viele ertragen die Stille nicht mehr.

Mich zieht es immer wieder hinaus in die Einsamkeit der Nacht. Obwohl, so einsam ist es ja gar nicht. Es schrecken die Rehe, es ruft das Käuzchen, allein ist man nie.

3 Antworten auf “Was tun als Fotograf in Corona-einsam- Zeiten”

  1. Liebe Elke,
    Du sprichst mir aus der Seele …!
    Leider bringt der aktuelle Krisenmodus bei mir selbst eher mehr Aktivität, als Ruhe in den ohnehin überfüllten Alltag. Aber auch das hat seine positiven Seiten….
    Jedenfalls DANKE für den klasse Beitrag und die wirklich tollen Bilder … Daumen hoch!

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