Das Walberla bei Nacht, oder weniger „wäre“, „hätte“, „müsste“, „sollte“.

Kennt Ihr das auch, immer wieder müssen wir uns eingestehen, dass es Situationen gab, die man doch gerne erlebt haben möchte. Das man sich im Nachhinein selbst ertappt und man sich eingesteht, das hätte ich doch machen sollen.

Das wäre schön gewesen.

Die Erzählungen der Freunde, Ihrer Erlebnisse und dass man dies wegen irgendwas abgesagt hat und doch zuhause war.

Man muss ja nicht gleich eine Weltreise planen, oder ein Mikroabenteuer machen. Natürlich gibt es auch in einem Leben ungezählte Situationen die es nicht zulassen jetzt genau das zu tun was man gerne möchte. Familie, Kinder, oder einfach, weil man durch seine Arbeit ausgelaugt ist und so gar nicht mehr vom Sofa hoch kommt. 

Ich bin mir aber ziemlich Sicher, dass jeder von uns allen, diese Situationen kennt.

Hierüber könnte ich noch lange philosophieren. Dies ist aber eine Webseite, die von Fotografen unterhalten wird. Daher möchte ich dies auch in einen fotografischen Zusammenhang bringen.

Freitag Abend, nach einer anstrengenden Arbeitswoche stehe ich auf dem Balkon und sehe den Vollmond. Gut, er hatte 97%, aber er war wunderschön anzusehen und sonst keine Wolke am Himmel. Auch war es von den Temperaturen her gesehen, sehr warm. In mir geschah in jedem Fall etwas. Ich hatte vor meinem inneren Auge ein Bild, dass ich schon immer mal machen – wollte-.

Ich habe hier einen „geistigen Zettel“. Kommt später noch.

Ja, wollte. Aber Hey, wenn ich es jetzt nicht mache, wann dann? Morgen muss ich nicht aufstehen um zur Arbeit zu gehen. Also was willst Du noch?

Also Gut, Frau gefragt, ob Sie mitkommt. Schläft schon – fast.

Kamera eingepackt, etwas zu trinken, ein paar Nüsse und los.

Das Walberla.

Klar ist die Kapelle auf dem Ehrenbürg, so der Offizielle Name des Walberla, schon unzählige male fotografiert worden. Aber ich will ein Bild mit mit der Kapelle bei Vollmond mit Sternenhimmel.

Soweit mein Zielfoto

Nach kurzer Fahrt durch die „Fränkische“ bin ich auch schon da.

Rucksack geschultert, Stativ in der Hand und los gehts.

Um ca. 23:15 Uhr komme ich oben an, und wen wunderts, ich bin nicht alleine. Es ist Anfang Juli und noch viel zu hell. Die westliche Seite der Kapelle liegt noch im Schatten des Mondes und der braucht bestimmt noch eine Stunde bis der auch diese Seite bescheint. Also Warten. Meine App konnte mir dies leider nicht so genau sagen. Aber Gut. Nächstes Problem. Drei Damen, wohl auch bei einem Mikroabenteuer, siehe oben, machen es sich doch direkt vor der Kapelle mit Ihren Schlafsäcken gemütlich.
Ich so, was – nein – oh.
Also die Frauen gefragt, ob sie mit auf mein Bild möchten? 😉 Nein, wollen Sie nicht. Die drei, supernett, verlegen ihr Camp auf die Rückseite. Danke nochmals hierfür.

Immer noch habe ich viel Zeit, bis der Mond die kurze Seite der Kapelle beleuchtet.

So setze ich mich auf die Bank, die den Blick über das Tal in Richtung Forchheim zeigt. Wunderschön. Es ist warm, ein sehr laues Lüftchen bläst vom Tal hoch und ich genieße die Zeit.

Zielfoto

Nach geraumer Zeit ist es dann soweit. Ich beginne mein Zielfoto zu erarbeiten. Einige Probeaufnahmen, Belichtungszeiten getestet, Standorte versucht.

Zufrieden und mit einer Art Erleichterung mache ich mich so gegen 1:30 Uhr wieder auf den Weg zum Auto. Die Gewissheit im Kopf, – mein – Foto auf der Speicherkarte zu haben. 📷 

Noch beim Warten oben auf der Bank habe ich bereits begonnen an diesem Text zu schreiben, denn dort habe ich mir eine Absichtserklärung zugesagt. 

Weniger „wäre“, „hätte“, müsste“, „sollte“. 

Weniger „will mal“ sondern „machen!

Auch Dir kann ich nur sagen:

Raff Dich auf und mache es, sofern es machbar ist. Vieles kostet kein Geld, sondern erfordert nur Dein Engagement. 

Es ist tatsächlich ermutigend, wenn man sich aufrafft und die Dinge tut, die man eigentlich schon lange auf seinen Zettel stehen hat.

Man erlebt kleine Mini Abenteuer, wenn man in der Nacht loszieht um den Sternenhimmel zu fotografieren. Die Zeit davor und den Weg zu seinem Fotospot ist schon ein wenig „spooky“. Aber der Genuss den man haben kann, wenn man noch eine Stunde auf die perfekte Dunkelheit warten muss, aber dafür auf der Bank sitzen darf und von oben vom Walderla ins Tal über Forchheim blicken kann. Sagenhaft!

Das alles nur, weil ich auf dem Balkon stehend dem Mond gesehen habe und ich mich an meinen „Zettel“ erinnerte. Dort steht: 

Die Kapelle am Walberla bei Vollmond mit Sternenhimmel im Hintergrund.

Walberla bei Nacht
Walberla bei Nacht

Also weniger „will mal“ sondern „machen!

Somit schon wieder ein“ wollte“ weniger. 

Walberla bei Nacht
Walberla bei Nacht
Walberla bei Nacht
Walberla bei Nacht
Walberla bei Nacht
Walberla bei Nacht
Walberla bei Nacht
Walberla bei Nacht

4 Antworten auf “Das Walberla bei Nacht, oder weniger „wäre“, „hätte“, „müsste“, „sollte“.”

  1. Hey Stefan,
    das ist eine super Aktion und eine wirklich sehr schöne Geschichte mit klasse Bildern.
    Und Du drückst da auf einen Knopf in meiner Seele, auf dem in Leuchtschrift steht „MACHEN!!!“. Mein Schweinehund kläfft, winselt und fletscht die Zähne – alles gleichzeitig. Er hat so richtig Angst vor sich selbst, will aber vor allem, dass ich klein beigebe.
    Das hat er ja schon soooo oft geschafft.
    Und dann war da ja noch Karl Valentin, den ich hier auch noch zitiere und Dir antworte:
    „Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut!“ … und schon ist mein Schweinehund wieder brav wie ein Lamm und schnurrt wie ein Kätzchen 😉
    Liebe Grüße

    1. Hey Jürgen,
      kenn ich, kenn ich. Aber ich versuche das Biest immer öfter zu ignorieren.
      Wenn es dann mal klappt, bin ich natürlich auch Stolle wie Bolle. 🤪
      Auf Bald
      Stefan

  2. Liebe Elke,
    ich Danke Dir ganz herzlich. Gerne bin ich dabei, wenn ich am nächsten Tag nicht aufstehen muß.   🥱
    Habe ab 7:00 Uhr einen 9 Stunden Tag vor mir, der schwer wird, wenn ich mir die Nacht um die Ohren geschlagen habe.
    😴
    Bis Bald
    Stefan

  3. Hallo lieber Stefan,
    ich liebe Geschichten die um ein Foto herum erzählt werden. Man sieht das Bild dann mit ganz anderen Augen. Erlebt es förmlich hautnah, als wenn man bei der Erstellung dabei gewesen wäre. Danke für diesen wunderbaren Artikel.
    Vor einer Woche bin ich auch aufs Walberla gestiegen, nur tagsüber, wenn ich sehen kann, wo ich hintrete, denn der Aufstieg, von Schleifhausen, ist nicht ohne Gefahr zu bewältigen.
    Jetzt steht auf meinem geistigen Zettel auch: Nachts aufs Walberla!
    Also:Weniger „wäre“, „hätte“, müsste“, „sollte“.
    Es tun!
    Gruß von Elke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.